paradiesgarten

Vortrag, Anekdote, Spaziergang & Konzert
Im Landgut Holzdorf
Sonntag, 12. Juli – 18:00 Uhr

„paradiesgarten“

Sonntag, 12. Juli 2020 | 18:00 Uhr | Landgut Holzdorf

Paradies : Altiranisch (avestisch) „pari-daeza“ = Umwallung, (umzäunter) Park. (…) im weiteren Sinne bezeichnet er {das Paradies} dann auch den Glückszustand der Ruhe und des Friedens am Anfang und am Ende der Zeiten.

Betz, Browning, Janowski, Jüngel; RGG 4.Auflg. Bd.6 N-Q, S.95; Tübingen 2003.

Persische Gärten sind in vielen Traditionen Abbild des Hauses und der Sie umgebenen Welt – für Herrscher auch manchmal Abbild Ihres „Reiches“. Wie in einem traditionellen persischen Garten wurden auch in Holzdorf in diesem Sinne das Schöne und das Nützliche auf das engste zu einem Gesamtkunstwerk verwoben. Wir finden hier neben den Einrichtungen der Landwirtschaft Pavillons und Pergolen, Begonien-, Rosen- und Staudengarten, Seerosenbecken, Hütten und Brücke in Heide- und Alpenlandschaft, ein Badebassin mit karelisch anmutendem Badehaus.

Die Gärten wurden für und mit wertvollen Kunstwerken, Plastiken und Skulpturen der frühen Moderne angelegt. Steinbildhauerisch ausgearbeitete Bänke und Brunnen ergänzen die Anlage. In mehrere tausend Quadratmeter großen Gewächshäusern wurden neben einheimischen auch nicht winterharte Pflanzen gezüchtet, die das Jahr über in die Anlage gesetzt waren. Im Teepavillion standen wertvolle Flügel an denen die Partnerin des Hausherrn, die weltberühmte Pianistin Frieda Quast Hodapp, oft mit Gästen musizierte. Der Park, der von bis zu vierzig Gärtnern gepflegt wurde, bot Ausblicke in die Landschaft – auf die vom Eigentümer angelegten Wälder. Was veranlasst den Großindustriellen Otto Krebs an seinem repräsentativen Landsitz und landwirtschaftlichen Produktionsstandort Holzdorf bei Weimar ab 1918 einen etliche Hektar großen Park anzulegen, dessen Pracht sich heute noch in der Anlage erkennen lässt? Finden wir Referenzen für seine Bilder und Gartenräume? Heute befindet sich der Park weiterhin in privatem Besitz. Die Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein hält die Anlage jedoch im Rahmen von Inklusions- und Integrationsmaßnahmen unter teils erheblichem Aufwand öffentlich zugänglich.

Kann der Park schützenswertes Zeugnis seiner Vergangenheit bleiben und gleichzeitig den Bedürfnissen seiner Öffentlichkeit in Mensch, Tier und Pflanze genügen?

Vortrag/ Führung:
Daniel Rimbach

Musik:
Mirjam Widman – Gesang, Klarinette
Nora Thiele – Perkussion, Santur

Bilder der Veranstaltung